Die Ernährung des Hundes

Eine ausgewogene Hundeernährung

Eine bedarfsgerechte Ernährung ist entscheidend für Gesundheit, Vitalität und Lebenserwartung von Hunden.

Sie liefert Energie, versorgt deinen Liebling mit Nährstoffen und unterstützt Immunsystem, Haut, Fell, Muskulatur und Verdauung.

Der Nährstoffbedarf eines Hundes hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von seinem Alter, seiner Größe, seiner Rasse, seinem Aktivitätsniveau und seinem Gesundheitszustand.

Während es verschiedene Fütterungsarten gibt, zählen am Ende die Nährstoffbilanz, die Verträglichkeit und die Qualität der Zutaten.

In den folgenden Abschniztten werden wir die Grundlagen der Hundeernährung, die einzelnen Nährstoffe sowie verschiedene Fütterungsformen näher erläutern.

Fütterungsformen im Überblick
Trockenfutter

Praktisch, lange haltbar, meist günstiger. Achte auf klar deklarierte tierische Proteinquellen, moderaten Stärkegehalt und Zusatz von Omega‑3.

Nassfutter

Höherer Feuchtigkeitsanteil, intensiver Geschmack, oft sehr gute Akzeptanz. Kann bei Hunden mit wenig Trinklust vorteilhaft sein.

Barfen

Maximale Kontrolle über Zutaten, aber nur sicher, wenn die Ration vollständig berechnet, mikro- und mineralstoffseitig ergänzt und hygienisch zubereitet wird. Rohfütterung birgt Keimrisiken; Kinder/immunsupprimierte Personen beachten.

Mischfütterung

Kombination aus Formen kann funktionieren, solange die Tagesbilanz stimmt.

Selbstgemachte Rezepte für Hunde

Immer mehr Hundebesitzer entscheiden sich dafür, dass Futter ihres Hundes selbst zuzubereiten. Selbstgemachte Hundemahlzeiten bieten den Vorteil, dass die Zutaten bewusst ausgewählt werden können und auf die indivituellen Bedürfnisse des Hundes abgestimmt sind. Frisches Fleisch, Gemüse, Reis oder Kartoffeln sowie gesunde Öle können eine gute Grundlage für ausgewogene Mahlzeiten sein.

Bei selbstgemachten Hundefutter ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Hunde benötigen neben Eiweiß auch Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Daher sollte der Speiseplan abwechslungsreich gestaltet werden. Wer seinen Hund dauerhaft mit selbst zubereiteten Mahlzeiten ernähren möchte, sollte sich über den Nährstoffbedarf informieren oder den Futterplan gemeinsam mit einem Tierarzt, einer Tierärztin oder einer auf Tierernährung spezialisierten Fachkraft erstellen.

Lebensphasen und besondere Bedürfnisse
Welpen

Benötigen energiereiches, mineralstoffbalanciertes Futter mit angepasstem Kalzium-Phosphor-Verhältnis; große Rassen brauchen kontrolliertes Wachstum.

Ausgewachsene Hunde

Erhaltungsbedarf hängt von Größe, Aktivität und Temperament ab. Qualität und Portionskontrolle sind entscheidend.

Trächtige Hündinnen

Deutlich erhöhter Energie- und Nährstoffbedarf; häufig hilft ein hochwertiges Welpenfutter.

Senioren

Oft geringerer Energiebedarf, aber höherer Bedarf an hochwertigen Proteinen, Gelenkunterstützung (z. B. Grünlippmuschel, Omega‑3) und gut verdaulichen Fasern.

Nährstoffe, Wasser und Leckerli

Makronährstoffe und Energie

Proteine: Hochwertiges Eiweiß ist essenziell für Muskeln, Enzyme und Gewebe. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier und einige Milchprodukte (in Maßen). Hunde verwerten tierische Proteine in der Regel besser als rein pflanzliche.

Fette: Liefert konzentrierte Energie und essentielle Fettsäuren. Achte auf Omega‑3 (z. B. aus Fischöl, Algenöl) für Haut, Fell und Entzündungsmanagement. Zu viel Fett kann zu Übergewicht führen.

Kohlenhydrate: Nicht essentiell, aber gut verwertbar, wenn gekocht/aufgeschlossen (Reis, Kartoffeln, Hafer). Sie liefern Energie und können die Darmgesundheit unterstützen. Getreide ist für viele Hunde unproblematisch, sofern gut verträglich.

Wasser und Leckerli`s

Frisches Wasser sollte stets verfügbar sein, der Bedarf steigt bei Wärme, Aktivitäten und Trockenfutter.

Leckerli Maximal ca. 10% der Tagesenergie, sonst sollte die Ration angepasst werden. Kaubeschäftigung fördert die Zahnhygiene, aber Kalorien und Fett beachten.

Mikronährstoffe

Vitamine und Mineralstoffe: Bedarfsgerechte Mengen sind wichtig; Über- und Unterversorgung vermeiden. Kalzium/Phosphor müssen im richtigen Verhältnis stehen (besonders bei Welpen).

Spurenelemente: Zink, Kupfer, Selen u. a. unterstützen Immunsystem, Haut und Stoffwechsel.

Ballaststoffe: Fördern eine stabile Verdauung. Quellen sind Gemüse, Flohsamenschalen, Rübenschnitzel (getrocknet), Inulin.

Tipps und  Häufige Fehler

Praxis Tipps

Futterwechsel langsam über 5–7 Tage, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Bei Durchfall/Erbrechen >24–48 Stunden, Appetitverlust, starkem Juckreiz oder plötzlicher Gewichtsveränderung tierärztlich abklären.

Für individuell berechnete Rationen (z. B. BARF, Hausmannskost) eine tierärztliche Ernährungsberatung nutzen.

Häufige Fehler

Überfütterung und zu wenig Bewegung.

Unausgewogene selbstgemachte Rationen ohne Berechnung/Ergänzung.

Häufiger, unstrukturierter Futterwechsel bei sensiblen Hunden.

Mangelhafte Zahnpflege: Ergänzend Zähneputzen oder geeignete Zahnpflege-Snacks.